Stadtentwicklung durch Innstadt-Tunnel

 

Die Passauer Innstadt ist ein historisch gewachsener, dicht bebauter Stadtteil. Täglich fahren ca. 18.000 Fahrzeuge über die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Innstadt über die Innbrücke (Marienbrücke) in die Innstadt. Meist langsam und mühsam, denn der häufige Stau, der durch die schlechte Verkehrsanbindung entsteht, kostet viel Zeit.

In der Innstadt angekommen, quält sich der Verkehr durch die engen Straßen und stottert weiter vor sich hin.

Für die Anwohner bedeutet diese Verkehrsbelastung eine besondere Minderung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in ihrem Stadtteil. Und für die Geschäftsleute bedeutet die Lage in der Innstadt einen Standortnachteil, weil sie oftmals unkalkulierbar lange brauchen, um Kunden außerhalb der Innstadt zu erreichen.

Die Initiative „L(i)ebenswerte Innstadt“ hat sich zur Verbesserung des Verkehrsflusses und Verkehrsentlastung für die Anwohner ein Konzept überlegt, das sowohl den Verkehrsteilnehmern und Anwohnern zu Gute kommen soll.

Außerdem beinhaltet das Konzept des Innstadt-Tunnels auch großartige Möglichkeiten zur innerstädtischen Entwicklung und Aufwertung sowie eine gesicherte Erreichbarkeit der Innstadt bei Hochwasser.

 

Hier unser Konzept für einen Innstadt-Tunnel

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1. Vorteile eines Tunnels

1.1. Der große Bereich zwischen Nikolastraße und Stadttheater wird verkehrsberuhigt und als neue urbane Fläche hinzugewonnen
1.2. Der historische Innstadtbereich (Marienbrücke bisher mind. 18.000 Autos pro Tag) wird verkehrsberuhigt und kann einer wirklichen Stadtentwicklung zugeführt werden

Verkehrsberuhigung soll in diesem Zusammenhang bedeuten, dass man
– entweder die Durchfahrt begrenzt auf den ÖPNV, Taxis, Rettungsdienste, städtische Autos und Anlieger; dies geschieht wirkungsvoll z. B. mit per Funk gesteuerten Pollern (siehe Beispiel Salzburg): der Berechtigte hat ein Funkkästchen im Fahrzeug, welches bei Annäherung den Poller versenkt und anschließend nach Vorbeifahrt wieder anhebt; Radfahrer und Fußgänger kommen sowieso immer an den Pollern vorbei

– oder wie in anderen Städten schon geschehen ein „shared-space“ Konzept einführt, bei dem kurz gesagt alle Verkehrsbeteiligten – Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger – gleichberechtigt sind

1.3. Sicherheit durch eine hochwasserfreie, zweite Verbindung zusätzlich zur Marienbrücke und somit eine Entlastung des Bauwerks Marienbrücke
=> siehe auch http://www.innenministerium.bayern.de/vum/strasse/bauunderhalt/tunnelbau/index.php
Zitat: „In der Vergangenheit wurden Tunnel fast ausschließlich aus topographischen Gründen (Durchfahrung von Gebirgsstöcken, Unterfahrung von Flussläufen) gebaut. Heute werden Tunnellösungen und überdeckte Tieflagen bei Straßenprojekten zunehmend aus ökologischen und gesellschaftspolitischen Gründen gefordert.
Dabei stehen folgende Ziele im Vordergrund: Vermeidung der Trennwirkung durch Straßen im Siedlungs- und Naturraum, Immissionsschutz (Lärm, Abgas)“

2. Tunnelein- und Ausfahrt im Bereich Kapuzinerplatz/ Paradiesgarten

– Die Planungen der Tunnelein-/ausfahrt können/müssen den ganzen Bereich Kapuzinerplatz, Paradiesgarten  u n d  angrenzendes (neu zu nutzendes) Brauereigelände in Richtung Glaspalast betreffen; damit gibt es größere Möglichkeiten auch für eine provisorische Verkehrsführung während der Bauphase.

– Die Anbindung einer evtl. Tiefgarage unterhalb des Paradiesgartens oder auf dem Brauereigelände in Richtung Glaspalast (jeweils natürlich mit anschließender Begrünung/Bebauung des Platzes oberhalb) kann gleich mitgebaut werden.

– Der Neutorgraben Richtung Mariahilf/Voglau wird zweispurig genutzt.

– Bei Tunnelführung parallel zum Inn im Ufergelände ist genug Länge, mind. 200 Meter, vorhanden, um mit max. 12,5% Gefälle eine Tiefe von 25 Metern zu erreichen.

– Nachdem in Passau inzwischen auch Kreisverkehrslösungen ausgeführt werden, könnte man natürlich, wie auch für den Georgsbergtunnel vorgeschlagen, jeweils zusätzlich Kreisverkehrslösungen an den Ein- und Ausfahrten untersuchen. Unseres Erachtens eignet sich insbesondere der Bereich Kapuzinerplatz/Paradiesgarten für einen Kreisverkehr zur Ein- und Ausfahrt des Innstadt-Tunnels.

3. Tunnelein- und Ausfahrt an der Nikolastraße in Höhe Handwerkskammer/Arbeitsamt

Die Tunnelführung muss keineswegs in einem rechten Winkel an den Inn herangeführt werden, sondern könnte, um langsamer ausreichend Tiefe zu gewinnen, z. B. nach ca. 100 Metern in der Nikolastraße mit einer Linkskurve tangential an den Inn herangeführt werden; die Nikolastraße oberhalb des Tunnels wird nicht mehr als Straße gebraucht; zur verkehrsberuhigten Gottfried-Schäffer-Straße/Karolinenplatz/teilweise Innstraße kommt man über die Heiliggeistgasse, Theresienstraße oder über die Augustinergasse (das wäre auch so während der Bauphase).

3.1 Alternative Ein- und Ausfahrt Karolinenplatz

– Bei Tunnelführung parallel zum Inn im Ufergelände (kein Hydrotunnel notwendig) ist genug Länge, mind. 200 Meter, vorhanden, um mit max. 12,5% Gefälle eine Tiefe von 25 Metern zu erreichen; anschließend relativ kurze Unterquerung des Inns (mit Hydrotunnel).

– Die Nikolastraße kann, wenn gewünscht, weiterhin als zweispurige Straße beibehalten werden; alternativer Kreisverkehr: Kleiner Exerzierplatz, Augustinergasse, Innstraße, Nikolastraße stadteinwärts.

3.2 Alternative Ein- und Ausfahrt über ECE-Tunnel (Stadtgalerie-Parkhaus-Einfahrt)

Alternativ für den Fall, dass Sie weiterhin daran festhalten sollten, dass eine Tunnelein-und Ausfahrt an der Nikolastraße in Höhe Handwerkskammer/Arbeitsamt nicht ausreicht, um den Inn zu unterqueren, schlage ich vor, gleich den Tunnelein-und Ausfahrtsbereich des jetzigen ECE-Tunnels umzuwidmen und unterhalb der Bahnhofstraße in Richtung Nikolastraße fortzuführen.
=> dann könnte man auch in der Neuen Mitte eine verkehrsberuhigte urbane Fläche dazugewinnen!

4. Kostenschätzung

-Laut http://de.wikipedia.org/wiki/Josef-Deimer-Tunnel: Querschnitt: zweibahnig, 11 m LW; Kosten 66 Mio. € (Eröffnung 1999) für Länge 1.470 m = ca. 45.000 €/m

Damit ergibt sich unter Verwendung dieses spezifischen Kostenansatzes bei einer Länge von ca. 1,1 km, eine Summe von ca. 50 Mio. €

– Die von den städtischen Mitarbeitern durchgeführte Hochrechnung auf mind. 100 Mio. € erscheint zu hoch und sollte durch einen Tunnelspezialisten überprüft werden

– Siehe auch http://www.innenministerium.bayern.de/vum/strasse/bauunderhalt/finanzierungundfoerderung/index.php

5. Fazit

Mit einer Georgsberg- und einer Innstadt-Tunnellösung ist ein wirklich zukunftsfähige Verkehrs- und Stadtentwicklung für Passau zu machen. Daher bitten wir  eindringlich, diese Vision ernsthaft zu prüfen. Eine Entlastung der Marienbrücke ist erforderlich!

Dass es nicht leicht sein wird, diese Projekte zu verwirklichen, ist auch uns klar. Aber es ist an der Zeit, ein umfassendes Ziel ins Auge zu fassen, und alles daran zu setzen, dass die herrschenden Probleme gelöst werden können. Es ist nicht zielführend, dass man davon ausgeht, dass in 30 Jahren womöglich weniger Fahrzeuge unterwegs sein werden.

Eine attraktive Nutzungsmöglichkeit der dann möglichen urbanen Flächen im Bereich der Innstadt und der Gottfried-Schäffer-Promenade steigert auch die touristische Bedeutung unserer schönen Stadt.

 


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