Neues über den Ilzstadtladen und weitere Ideen für die Ilzstadt

Markus Rohmann und Philipp Schröder prästentierten neue Ideen für die Ilzstadt - Foto: Peter Geins

Markus Rohmann und Philipp Schröder prästentierten neue Ideen für die Ilzstadt – Foto: Peter Geins

 

„Ilzstadt-Initiative“ informierte Anwohner und Interessierte am Haferlfest über städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem Stadtteil

Im Rahmen des Haferlfests veranstaltete die „Ilzstadt-Initiative“ am Sonntag, 28. Juni 2015 um 11 Uhr eine Info-Stunde, worin der aktuelle Stand des Ilzstadtladens vorgestellt wurde und die Initiatoren anschließend ihre Ideen zu Verkehrsentlastung, Hochwasserschutz und weiteren Aufwertungsmöglichkeiten präsentierten.

Die gut 60 Anwesenden lauschten aufmerksam den Worten von Markus Rohmann, der einführend erläuterte, welche Absichten hinter der Idee des Ilzstadtladens stecken und warum diese Idee umgesetzt werden soll. Es geht in erster Linie darum, den Wohnort Ilzstadt wieder lebenswerter zu machen und die Attraktivität des vom Verkehr geplagten Ortsteils zu verbessern. Der Ilzstadtladen ist dafür ein wichtiger Baustein, denn er würde neben der Vollversorgung mit Lebensmitteln und weiteren Dienstleistungen vor allem einen Treffpunkt im Ortsteil darstellen sowie die großen Lücken in der Nahversorgung schließen und zu mehr sozialem und nachbarschaftlichem Leben führen.

Konzept nicht wie geplant umsetzbar

„Die unglaublich geringen Margen in der Lebensmittelbranche machen es für uns nicht möglich, den Ilzstadtladen mit dem bisher angedachten Konzept aufzubauen“, ernüchtert Markus Rohmann die anwesenden Gäste. „Wir bräuchten dafür wohl 300 bis 400 Kundenkontakte pro Tag, mit denen wir hier leider nicht rechnen können. Auch, wenn wir das benötigte Starkapital von rund 75.000 Euro bereits akquiriert haben, müssen wir vor allem wegen der genossenschaftlichen Gesellschaftsform sehr sorgfältig und konservativ planen, da es sich um das Geld anderer Leute handelt, mit dem wir wirtschaften“, führt Rohmann weiter aus.

Die Initiatoren führten konkrete Gespräche mit Betreibern anderer Supermärkte, Tankstellen-Shop-Betreibern und erfahrenen Experten, die allesamt das Konzept gut und lobenswert finden, es jedoch wirtschaftlich wohl nicht für umsetzbar halten.

Anwohner bleiben erwartungsvoll

Die Initiatoren machten deutlich, dass diese Erkenntnis keinesfalls „das Aus“ für den Ilzstadtladen bedeutet. Viel mehr wird jetzt an einer Lösung gearbeitet, die die Grundabsichten des geplanten Ilzstadtladens widerspiegeln sollen. Darin spielt auch der Kiosk im Bschütt-Park eine Rolle. „Die große Zustimmung innerhalb der Ilzer Anwohner, der Unterstützung in vielen politischen Fraktionen und der Passauer Bürgerinnen und Bürger sind für uns ein klares Zeichen, dass wir mit unserer Idee richtig liegen und weitermachen sollen“, erklärt Markus Rohmann.

Neue und alte Ideen zur Aufwertung der Ilzstadt

Neben dem Ilzstadtladen ging es bei der Veranstaltung auch um weitere Aufwertungsmöglichkeiten für die Ilzstadt. Philipp Schröder stellte anhand einer vier Meter großen Panorama-Ansicht der Ilzstadt die angestrebten Entwicklungen vor.

Hier ging es unter anderem um einen Hochwasserschutz für die Freyunger Straße, die auch bei kleineren Hochwassern an manchen Stellen schon betroffen ist. Außerdem sei die Kosten-Nutzen-Rechnung des Wasserwirtschaftsamts auf Grund falscher Schadenszahlen nicht nachvollziehbar und die Entscheidung gegen einen künftigen Hochwasserschutz nicht hinnehmbar. Die Initiative ist hier in engem Kontakt mit den „Angerern“ sowie mit der Initiative aus Erlau, die auch beide von den negativen Entscheidungen des Wasserwirtschaftsamts für ihren Ort betroffen sind.

Auch die Verkehrssituation in der Ilzstadt spielte bei dem Treffen der Initiative eine große Rolle. So sind die Initiatoren überzeugt, dass der jetzige Zustand so nicht bleiben darf. Mit rund 26.000 Kfz, darunter mindestens 600 Lkw (lt. Verkehrsentwicklungsplan 2012), die täglich an den direkt angrenzenden Wohnhäusern vorbei sausen, soll es langfristig vorbei sein.

Kurzfristig könnte man bereits eine Verkehrsentlastung umsetzen, wenn zum Beispiel ein Durchfahrtsverbot für Lkw mit dem Ziel zur Autobahn gelten würde, sowie Geschwindigkeitskontrollen zum Lärmschutz der Anwohner, die eine Lautstärke bis zu 90 db(A) vor ihren Schlafzimmern ertragen müssen, wenn ein Lkw oder ein Motorrad zu oft und zu schnell die Freyunger oder Obernzeller Straße entlang fährt.

Weitere Punkte waren die weiterhin gefährliche und schlechte Situation für Fußgänger und Fahrradfahrer im Ilz-Durchbruch, die unbedingt weiter im Fokus der Initiative bleiben soll, sowie eine Verschönerung des Fischersteigs/Ilz-Promenade und die Reaktivierung und Entwicklung des verfallenen Gasthauses „Zur Fels’n“.

Positiv wurde die Entwicklung im Bschütt-Park gesehen, die alle anwesenden Ilzer freut. Auch auf diesem Gelände könnte sich die Initiative die eine oder andere Veranstaltung vorstellen, um mehr Passauer Bürger in die Ilzstadt zu locken, die den Ortsteil dadurch wieder wert zu schätzen lernen könnten.

Wachsendes Interesse bei den Anwohnern

Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte Philipp Schröder, dass alle vorgestellten Ideen gerne diskutiert werden dürfen und vor allem auch daran mitgearbeitet werden darf. Das Know-How und die Unterstützung jedes Einzelnen sei wichtig, denn „viele unserer Ideen sind nur mit langanhaltendem Atem umzusetzen. ‚Stadtentwicklung‘ ist ein langwieriger Prozess, in dem viele verwaltungsrechtliche Hürden gemeistert werden müssen und politische Unterstützung sehr wichtig ist. Hartnäckigkeit und fundierte Recherchearbeiten sind deshalb unabdingbar“, stellte Philipp Schröder dar.

Umso mehr freute er sich, zusammen mit Gabriele Dorsch, Franz de Reuver und Franz Häuslmeier, am Ende rund 50 ausgefüllte „Mitmach-Zettel“ von den Anwesenden erhalten zu haben.

Nach den Sommerferien wird sich die „Ilzstadt-Initiative“ wieder mit den Anwohnern und neu geworbenen Mitstreitern treffen, um über die möglichen Entwicklungsmaßnahmen zu diskutieren und ausgewählte Themen anzugehen.

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