Kindergarten statt Hundewiese

Zum Bericht „Stopp der Planungen für Innstadt-Kindergarten“ vom 15. Oktober:

Ich lebe seit 2006 mit meinen drei Kindern in Bairisch Haibach, an der unteren Göttweiger Straße. Meine Kinder sind alle in den Kindergarten Jahnstraße gegangen. Oft habe ich mir gewünscht, dass meine Kinder zu Fuß dorthin gehen können, doch dies war nicht möglich – sowohl weil der Weg zu weit, als auch zu gefährlich war. Wegen der vielen Staus konnte man als Fußgänger auch schwer an der Straße entlanggehen ohne Atemnot zu bekommen – unter den Abgasen litten die Kinder ganz besonders, da sich ihre Köpfe in Auspuffhöhe befinden. Wir wollten unsere Kinder weder alleine an der Straße entlang gehen lassen, noch unten am Fluss. Ein Kindergarten in der Familienwohnsiedling Haibach wäre großartig gewesen!

Seit wir in Haibach wohnen, wundern wir uns, warum der wirklich schöne Spielplatz zwischen Kremser Straße und Göttweiger Straße so wenig genutzt wird. Er ist auch an schönsten Sommertagen hauptsächlich verwaist. Die Wiese vor dem eingezäunten Kindergarten dient bestenfalls den Hunden, ansonsten nutzt niemand diesen wunderbaren Raum.

Die Idee, die Wiese vor dem Spielplatz für einen Kindergarten zur Verfügung zu stellen, fänden wir wunderbar. Viele Kinder aus der Umgebung könnten gemeinsam zu Fuß zum Kindergarten gehen – die Wohngegend ist für Kinder gemacht mit den Wohnblöcken, Familienhäusern, dem Fußballplatz, etc.. Es wohnen viele Kinder in Haibach – sie hätten einen sicheren Fußweg zu dem neuen Kindergarten. Der Fußweg, der an die Wiese anschließt, verhindert Gefährdung durch parkende oder anfahrende Autos, ermöglicht jedoch eine Zufahrt für Feuerwehr und Notarzt. An den umliegenden Straßen ließe sich gut halten, der Kindergarten wäre gut zu Fuß von der Kremser Straße oder der oberen Göttweiger Straße aus erreichbar. Abgesehen davon, dass der Platz gut mit dem Auto zu erreichen wäre, müssten die meisten Kinder gar nicht mit dem Auto gebracht werden, da sie in der Nähe wohnen.

Tatsächlich könnte man überlegen, ob man den Raum zweiteilt – man könnte hinten den schönen geschützten Kinderspielplatz-Bereich zu einer Art Bürgerpark oder Mehrgenerationen-Nachbarschaftsbereich mit Picknicktischen, Feuerstelle, etc. ausgestalten und den Kindergarten auf die heutige Hundewiese stellen. Dann könnte sich das Leben, das es in Haibach gibt, dort gemeinsam entfalten. Denn durch den Kindergarten würde der Spielplatz an Leben auf jeden Fall dazugewinnen.

Charlotte Klaster, Passau

Aus: Passauer Neue Presse vom 12.11.2019

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