Für einen wirksamen Hochwasserschutz: Schulterschluss der Geschädigten von Erlau, Ilzstadt und Anger!

Schutzlos der nächsten Hochwasserkatastrophe ausgeliefert sein – das wollen die „Solidargemeinschaft Hochwasserschutz Erlau“ und „Die Angerer“ nicht tatenlos hinnehmen! Bei einem Treffen vereinbarten kürzlich die beiden Bürgerinitiativen einen regen Erfahrungsaustausch und enge Kooperation für ihre nächsten Aktivitäten.

Sie kündigten energischen Widerstand gegen die Entscheidung des Deggendorfer Wasserwirtschaftsamtes an, das für einzelne Polder in Erlau, sowie am Anger eine Schutzmauer für einen Hochwasserschutz aus wirtschaftlichen Gründen ablehnt. Mit im Boot, die Ilzstadt-Initiative, wo es an der Freyungerstrasse ebenfalls keinen Hochwasserschutz geben soll.

„Wir haben mit Unterstützung unserer Gemeinde Schäden von insgesamt 23 Millionen Euro an den betroffenen 75 Häusern ermittelt – und da soll sich Hochwasserschutz nicht rechnen?“, empört sich Gertraud Himsl, die Sprecherin der Erlauer Initiative. Auch die „Angerer“ haben erhebliche Zweifel an den Zahlen, die der Berechnung des Kosten-Nutzen-Faktors der Machbarkeitsstudie zugrunde liegen. Sprecher Max Moosbauer:“Es stellt sich doch die Frage, wie das Wasserwirtschaftsamt auf die Idee kommt, dass sich Kosten von 2,6 Millionen Euro bei uns am Anger nicht rechnen würden. Unsere Schäden übersteigen diese Summe doch enorm! Und weiter müssen wir fragen, was sind das denn nun für Schadenssummen, mit denen das WWA arbeitet?“

Nachforschungen der „Angerer“ haben nun ergeben, dass dies nicht die bereits genehmigten Summen der städtischen Hochwasserhilfe sein können. Diese würden auch annähernd realistisch die Zerstörungen beziffern. „Endgültige Zahlen aber sind ohnehin erst ab Ende des Jahres zu erwarten, wenn alle Nachbesserungen und Genehmigungen abgeschlossen sind, “ so Moosbauer.

Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage sind die Erlauer ebenfalls fündig geworden! „Es ist kaum zu glauben, aber die Vorlage zur Ermittlung der Schadenssummen des WWA stammen aus dem Jahr 2006 und dienten hier zu deren Berechnung,“ sagt Sprecherin Gertraud Himsl.

Großes Thema bei diesem Treffen auch die staatliche Förderquote von 50 Prozent für Hochwasserschutzmaßnahmen. Ursprünglich hatten die „Angerer“ ein Treffen der betroffenen Bürgerinitiativen (Innstadt, Altstadt, Anger, Ilzstadt und Erlau) mit den Passauer Abgeordneten und der Stadt angeregt, um den politischen Druck zu erhöhen. Davon rät Oberbürgermeister Jürgen Dupper zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings ab. In einem Schreiben an die „Angerer“ heißt es: „Ich habe dieses Thema bereits auf politischem Weg platziert und entsprechende Schreiben an den Bay. Ministerpräsidenten Seehofer und die Bay. Umweltministerin Scharf gerichtet. Nun gilt es erst die Reaktion der Bayerischen Staatsregierung abzuwarten, bevor gegebenenfalls weitere Schritte abgewogen werden können.“ Angerer-Sprecher Max Moosbauer dazu: „Da halten wir jetzt erst mal die Füße still. Aber in dieser für uns existenziellen Frage müssen wir uns einfach Gehör verschaffen.“

gez. Max Moosbauer

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